Welche Bedeutung hat die Akustik?
Strömungsgeräusche können entstehen, wenn Luft mit hoher Geschwindigkeit durch Leitungen, Regelkomponenten oder enge Querschnitte strömt. Auch ungünstige Druckverhältnisse können die Geräuschentwicklung erhöhen.
Für eine ruhige Anlage sollten daher nicht nur einzelne Komponenten betrachtet werden. Entscheidend ist das gesamte System aus:
Eine sorgfältige Dimensionierung kann hohe Luftgeschwindigkeiten und unnötige Druckverluste vermeiden. Die zulässigen Schallpegel richten sich nach der Nutzung und den geltenden Anforderungen für den jeweiligen Raum.
Was muss aus hygienischer Sicht beachtet werden?
Hygiene betrifft die gesamte raumlufttechnische Anlage. Komponenten müssen so geplant, installiert und betrieben werden, dass Verunreinigungen vermieden und erforderliche Reinigungsarbeiten durchgeführt werden können.
Die VDI 6022 behandelt die Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte. Sie ist daher auch bei Planung, Betrieb und Instandhaltung der Luftverteilung zu berücksichtigen.
Wichtige Aspekte sind:
gute Zugänglichkeit für Kontrolle und Reinigung
hygienisch geeignete Materialien und Oberflächen
Vermeidung von Feuchtigkeit und Ablagerungen
regelmäßige Inspektion und Instandhaltung
geeignete Filterung der Außenluft
saubere Installation und Inbetriebnahme
Die hygienische Qualität kann nur erhalten bleiben, wenn das Gesamtsystem dauerhaft kontrollierbar und instandhaltbar ist.
Welche Normen und Richtlinien sind relevant?Je nach Gebäude, Nutzung und Anlagentyp können unterschiedliche Regelwerke gelten. Zu den wichtigen Grundlagen gehören insbesondere:
DIN EN ISO 7730 Die Norm behandelt die Bewertung der thermischen Behaglichkeit. Dazu gehören das thermische Empfinden des gesamten Körpers sowie lokale Einflüsse wie Zugluft, Temperaturunterschiede und Strahlungstemperaturasymmetrien. VDI 6022 Die Richtlinienreihe beschreibt Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte. Sie betrifft Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung. DIN EN 16798 Die Normenreihe behandelt energetische und raumklimatische Anforderungen an Gebäude. Dazu gehören unter anderem Eingangsparameter für die Auslegung und Bewertung von Lüftungssystemen.
Je nach Anwendungsfall können weitere Normen und Richtlinien gelten. Die konkrete Planung muss immer auf das Gebäude, die Nutzung und die vereinbarten Anforderungen abgestimmt werden. |
Wie lässt sich die Luftverteilung zuverlässig planen?
Eine gute Planung beginnt mit einer klaren Definition der Raumnutzung. Belegung, Aufenthaltsbereiche, Betriebszeiten, thermische Lasten und gewünschte Komfortbedingungen müssen bekannt sein.
Darauf aufbauend werden das Lüftungsprinzip, die Luftvolumenströme sowie die Positionen für Zu- und Abluft festgelegt. Anschließend wird geprüft, wie sich die Luft unter verschiedenen Betriebsbedingungen im Raum ausbreitet.
Besonders bei großen, hohen oder geometrisch komplexen Räumen kann eine detaillierte Strömungsbetrachtung sinnvoll sein. Dazu gehören technische Auslegungsdaten, Strömungssimulationen oder Messungen in vergleichbaren Anwendungen.
Auch die spätere Einrichtung sollte frühzeitig berücksichtigt werden. Möbel, Trennwände, Leuchten oder Deckenelemente können das Strömungsbild verändern.
Was muss bei der Inbetriebnahme geprüft werden?
Die geplante Luftverteilung muss nach der Installation kontrolliert werden. Dazu gehört zunächst der Abgleich der Luftvolumenströme.
Je nach Anforderung können außerdem folgende Prüfungen sinnvoll sein:
Messung der Zu- und Abluftvolumenströme
Kontrolle der Druckverhältnisse
Prüfung der Luftgeschwindigkeit im Aufenthaltsbereich
Temperaturmessungen
Schallmessungen
Sichtprüfung der Strömungsrichtung
Kontrolle bei unterschiedlichen Lastzuständen
Funktionsprüfung der Regelung
Bei Beschwerden über Zugluft, Temperaturunterschiede oder Geräusche sollte nicht nur eine einzelne Komponente betrachtet werden. Häufig liegt die Ursache im Zusammenspiel von Volumenstrom, Temperatur, Druck, Positionierung und Regelung.