Schritt-für-Schritt: So berechnen Sie den Volumenstrom
Die grundlegende Formel zur Berechnung des benötigten Volumenstroms ist simpel. Sie multiplizieren die Wohnfläche mit der Raumhöhe und der gewünschten Luftwechselrate. Das Ergebnis liefert den Volumenstrom in Kubikmetern pro Stunde.
Formel: Volumenstrom (m³/h) = Wohnfläche (m²) x Raumhöhe (m) x Luftwechselrate (1/h)
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den Prozess. Angenommen, Sie planen die Lüftung für ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern und einer Standard-Raumhöhe von 2,5 Metern. Das gesamte Luftvolumen des Hauses beträgt somit 250 Kubikmeter. Wenn Sie eine Luftwechselrate von 0,4 ansetzen, sieht die Rechnung wie folgt aus:
100 m² x 2,5 m x 0,4 = 100 m³/h
Die Lüftungsanlage muss in diesem Fall mindestens 100 Kubikmeter Luft pro Stunde fördern können, um die Nennlüftung sicherzustellen. Bei der Auswahl des Geräts sollten Sie einen Puffer einplanen. Die Anlage sollte im Normalbetrieb nicht unter Volllast laufen, um den Verschleiß zu minimieren und die Geräuschentwicklung gering zu halten.
Unterschiede bei der Planung: Neubau versus Altbau
Die Parameter für die Berechnung unterscheiden sich stark zwischen Bestandsgebäuden und Neubauten. Moderne Gebäude verfügen über eine extrem dichte Gebäudehülle. Der natürliche Luftaustausch durch Fugen und Ritzen tendiert gegen null. Die gesamte Lüftungslast muss von der mechanischen Anlage getragen werden.
Im Altbau existiert oft noch eine natürliche Infiltration. Undichte Fenster oder Türen lassen kontinuierlich Luft zirkulieren. Wenn Sie eine Lüftungsanlage für einen Altbau berechnen, müssen Sie diese Infiltration berücksichtigen, andernfalls wird die Anlage überdimensioniert. Sobald jedoch neue Fenster eingebaut oder das Dach gedämmt wird, ändert sich die Situation drastisch. Das Gebäude wird dichter, und ein neues Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 wird zwingend erforderlich.
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Spezifische Anforderungen in gewerblichen und öffentlichen Gebäuden
Während im Wohnbau der Feuchteschutz im Vordergrund steht, dominieren in Nichtwohngebäuden andere Faktoren. Die Personendichte und die spezifische Nutzung erfordern maßgeschneiderte Konzepte.
Schulen und Bildungseinrichtungen
In Klassenzimmern steigt der CO2-Gehalt schnell an. Hohe CO2-Werte führen zu Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Die Berechnung für Lüftungslösungen für Bildungseinrichtungen basiert daher primär auf der Personenanzahl. Pro Schüler werden oft 30 Kubikmeter Frischluft pro Stunde veranschlagt. Für solche Anforderungen eignen sich dezentrale Systeme wie das DEX3000, das Volumenströme von 150 bis 1.455 m³/h abdeckt und direkt im Raum installiert wird.
Bürogebäude
Moderne Arbeitswelten verlangen flexible Systeme. Die Belegung von Meetingräumen schwankt stark. Lüftungslösungen für Büros nutzen daher oft bedarfsgeführte Regelungen wie VAV (Variable Air Volume) oder die patentierte adaptive Druckregelung (aDCV) von EXHAUSTO. Diese Technologie passt den Volumenstrom exakt an den aktuellen Bedarf an und kann im Vergleich zu herkömmlichen VAV-Systemen bis zu 43 Prozent Energie einsparen. Für abgehängte Decken in Büros bietet sich das Deckengerät CX3000 an, das Volumenströme bis 3.280 m³/h bewältigt.
Gastronomie und Großküchen
Küchenabluft ist stark mit Fett und Feuchtigkeit belastet. Die Berechnung für Lüftungslösungen für Gastronomie erfordert enorme Luftwechselraten. Hier kommen oft modulare Systeme wie die VEX4000 Serie zum Einsatz, die sich flexibel an die architektonischen Gegebenheiten anpassen lassen.
Der Einfluss der Wärmerückgewinnung auf die Effizienz
Die reine Luftmengenberechnung ist nur ein Teil der Planung. Die Energieeffizienz spielt eine ebenso große Rolle. Systeme mit Wärmerückgewinnung entziehen der verbrauchten Abluft die Wärme und übertragen sie auf die frische Zuluft. Dies reduziert die Heizkosten erheblich.
Kompakte Lüftungsgeräte wie das VEX1000RS (mit Rotationswärmeübertrager) oder das VEX1000RT erreichen höchste Rückgewinnungsgrade. Das VEX1000RS deckt Volumenströme von 400 bis 9.340 m³/h ab, während das VEX1000RT bis zu 7.460 m³/h liefert. Für spezielle Anforderungen mit Gegenstromwärmetauschern steht das VEX100CF zur Verfügung. Bei der Berechnung der Gesamteffizienz eines Gebäudes fließen die Rückgewinnungswerte dieser Geräte direkt in die Energiebilanz ein.