Der hohe Einfluss der Luftqualität in Arbeitsräumen auf das Konzentrations- und Leistungsvermögen der anwesenden Personen ist wissenschaftlich unbestritten. Deswegen sind Konzeptionen zur Optimierung des Raumklimas in Büros inzwischen Gegenstand jeglicher Planung von Neubauten wie auch bei Modernisierungsmaßnahmen. Der nachfolgende Beitrag zeigt wesentliche Eckpunkte einer solchen Planung und Realisierung auf. Dabei wird unter anderem auch auf die Bedeutung variabler Volumenstromregler eingegangen.
Welche Lüftung passt zu welchem Büro?
Die passende Lüftungslösung hängt von Gebäudegröße, Nutzung, Personenbelegung, Platzverhältnissen und Regelungsbedarf ab. Die folgende Übersicht hilft bei der ersten Einordnung.
Situation | Empfehlung | Einordnung |
|---|---|---|
Einzelne Büroetage oder abgegrenzte Nutzungszone | Semizentrale Lüftungsanlage | Mehrere kleinere RLT-Geräte versorgen einzelne Etagen oder Bereiche. Das eignet sich besonders bei flexiblen Bürostrukturen oder begrenzten Platzverhältnissen. |
Gesamtes Bürogebäude | Zentrale Lüftungsanlage | Ein zentrales RLT-Gerät versorgt das gesamte Gebäude mit Zu- und Abluft. Diese Lösung ist besonders bei Neubauten oder zentraler Technikplanung sinnvoll. |
Großraumbüro mit wechselnder Belegung | Zentrale oder semizentrale Anlage mit VAV-Regelung | Variable Volumenstromregler passen die Luftmenge an Belegung, CO₂-Werte und Nutzungszeiten an. |
Besprechungsraum oder Konferenzbereich | Bedarfsgeregelte Lüftung | Hier steigt die CO₂-Konzentration oft schnell an. Eine CO₂-geführte Regelung unterstützt eine konstante Raumluftqualität. |
Bestandsgebäude mit wenig Platz | Semizentrale Lösung prüfen | Kürzere Kanalwege und kleinere Geräte können die Integration erleichtern. |
Neubau mit zentraler Technikplanung | Zentrale Lüftungsanlage prüfen | Die zentrale Versorgung kann früh in Architektur, Brandschutz, Kanalführung und Regelung integriert werden. |
Sanitärbereiche im Bürogebäude | Separate Be- und Entlüftung prüfen | Sanitärbereiche sollten so geplant werden, dass Gerüche nicht in Büro- und Besprechungsräume übertragen werden. |
Für die konkrete Auslegung sind Außenluftvolumenstrom, Raumbelegung, Nutzungszeiten, Schallschutz, Wärmerückgewinnung und Regelung gemeinsam zu betrachten.
Vertiefende Informationen zu Planung, Systemwahl und passenden Lüftungskonzepten finden Sie auf unseren Seiten für Bürogebäude: Lüftungslösungen für Büros
Normen und Richtlinien für die Bürolüftung
Für die Planung von Lüftungsanlagen in Bürogebäuden sind mehrere Normen und Richtlinien relevant. Sie definieren Anforderungen an Raumluftqualität, Außenluftvolumenstrom, Raumtemperatur, Hygiene, Brandschutz und Betrieb.
Eine wichtige Grundlage ist die DIN EN 16798. Sie beschreibt unter anderem Eingangsparameter für das Innenraumklima und die Auslegung von Lüftungsanlagen in Nichtwohngebäuden. Für Arbeitsstätten sind zusätzlich die ASR A3.6 „Lüftung“, die ASR A3.5 „Raumtemperatur“ und die ASR A4.1 „Sanitärräume“ zu berücksichtigen.
Für Planer bedeutet das: Die Lüftungsanlage muss nicht nur ausreichend Außenluft bereitstellen. Sie muss auch hygienisch, energieeffizient, wartungsfreundlich und schalltechnisch passend ausgeführt werden.
Die DIN EN 16798-1 behandelt Parameter für Innenraumqualität, thermisches Raumklima, Raumluftqualität, Beleuchtung und Akustik. Die ASR A3.6, ASR A3.5 und ASR A4.1 sind relevante Technische Regeln für Arbeitsstätten zu Lüftung, Raumtemperatur und Sanitärräumen.
Büros und Konferenzräume: CO2 als Planungsgröße
In Büro, Besprechungsraum und Konferenzbereich wird die Raumluftqualität vor allem durch die anwesenden Personen beeinflusst. CO2 ist deshalb ein wichtiger Planungswert für die Bürolüftung. Zusätzlich können weitere Stofflasten aus Materialien, Reinigung, Pflanzen oder Außenluft auftreten.
Die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.6 „Lüftung“ fasst mögliche Einflussfaktoren der Luftqualität in Büros unter dem Begriff Stofflasten zusammen. Konkretisiert hat das die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV, Fachbereich Verwaltung) in ihren Empfehlungen zu Lüftungskonzepten an Innenraumarbeitsplätzen (FBVW-503, 25.04.2022) mit folgender Übersicht:
Stofflasten | Mögliche Quellen im Innenraum |
Lösungsmittel | Bodenbeläge, Anstriche, Klebstoffe, Kosmetika (Mensch) |
Duftstoffe | Bodenpflege- und Reinigungsmittel, Kosmetika (Mensch) |
Allergene | Pflanzen, Schimmelpilze, Anstriche, Außenluft |
Staub | Papier, Kleidung, Außenluft |
CO2 | Mensch |
Tabelle 1 – Auswahl von Stofflasten und möglichen Quellen
Für Bürogebäude ist vor allem CO2 relevant, da es direkt mit der Personenbelegung zusammenhängt. In der ASR A3.6 „Lüftung“ heißt es: „Sind die Beschäftigten und sonstigen anwesenden Personen die bestimmende Ursache für Stofflasten im Raum, ist die CO2-Konzentration ein anerkanntes Maß für die Bewertung der Luftqualität.“
Die folgende Einordnung zeigt, ab welchen CO2-Werten Lüftungsmaßnahmen geprüft oder optimiert werden sollten:
CO2-Konzentration | Luftqualität | Maßnahmen |
< 1000 ppm | Hygienisch unbedenklich | Keine Maßnahmen |
1000 bis 2000 ppm | Hygienisch auffällig | Lüftungsmaßnahmen optimieren |
> 2000 ppm | Hygienisch inakzeptabel | Weitergehende Maßnahmen |
Tabelle 2 – CO2-Konzentration als Beurteilungskriterium für die Innenraumluftqualität
Für die Planung der Bürolüftung bedeutet das: Die CO2-Konzentration sollte während der Nutzung möglichst unter 1.000 ppm bleiben. Besonders in Besprechungsräumen, Konferenzbereichen und Großraumbüros kann der Wert schnell ansteigen. Eine bedarfsgeregelte Lüftung mit CO2-Sensorik und variabler Volumenstromregelung hilft, die Luftmenge an die tatsächliche Belegung anzupassen.
Außenluftvolumenstrom im Büro berechnen
Für die Auslegung einer Lüftungsanlage im Büro ist der erforderliche Außenluftvolumenstrom entscheidend. Er hängt unter anderem von Personenanzahl, Raumfläche, Nutzungszeit, gewünschter Raumluftqualität und den Schadstofflasten im Gebäude ab.
Nach DIN EN 16798-1 kann die Berechnung über unterschiedliche Verfahren erfolgen. Dabei werden unter anderem personenbezogene Luftmengen, flächenbezogene Ansätze und CO₂-Werte berücksichtigt. Für die weitere Planung sollte jeweils der höhere berechnete Volumenstrom angesetzt werden.
EXHAUSTO unterstützt die Berechnung mit dem Programm EXselectCO2. Damit lassen sich Raumdaten, Nutzungszeiten, Personenanzahl und relevante Berechnungsparameter eingeben. Das Programm ermittelt die notwendige Luftmenge in l/s sowie m³/h und hilft bei der ersten Auslegung.
Für Planer bedeutet das: Die Luftmenge sollte nicht pauschal gewählt werden. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Volumenstromberechnung, die zur tatsächlichen Nutzung des Büros passt.
Sanitärräume
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Zonenregelung in Bürogebäuden
Bürogebäude werden selten gleichmäßig genutzt. Einzelbüros, Großraumbüros, Besprechungsräume, Teeküchen und Sanitärräume haben unterschiedliche Nutzungszeiten und Belegungen. Deshalb ist es sinnvoll, die Lüftung in Zonen zu planen und die Luftmengen an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Bei der Planung sollten folgende Fragen berücksichtigt werden:
Gibt es unterschiedliche Nutzungszeiten?
Welche Räume benötigen dauerhaft den gleichen Volumenstrom?
Welche Räume haben eine schwankende Belegungsdichte?
Welche Bereiche benötigen eine separate Regelung?

Wenn nach Zonen belüftet werden soll, stehen folgende Regelungsvarianten zur Verfügung:
Konstante Luftmenge (Constant Air Volume – CAV): Die Regelung schaltet die Anlage in einem bestimmten Zeitfenster ein und aus.
Variable Luftmenge (Variable Air Volume – VAV): Die Regelung ermöglicht die Steuerung der Luftmenge in zwei Stufen (Mindest- und Maximalluftmenge).
Bedarfsgeregelte Luftmenge (Demand Controlled Ventilation – DCV): Die Regelung ermöglicht eine individuelle Luftmengenanpassung je nach Auslastung der Räume. Hierfür kommen Sensoren zum Einsatz (CO2, Feuchte, VOC).
Energetisch ist die bedarfsgeregelte Lüftung meist die effizienteste Lösung. Sie reduziert unnötige Luftmengen und senkt den Energiebedarf für Ventilatorbetrieb sowie Erwärmung oder Kühlung der Außenluft.
Bedarfsgeregelte Lüftung mit variablen Volumenstromreglern
Variable Volumenstromregler ermöglichen eine bedarfsgerechte Luftmengenregelung in einzelnen Räumen oder Zonen. Dadurch wird nur die Luftmenge bereitgestellt, die tatsächlich benötigt wird. Das ist besonders sinnvoll in Besprechungsräumen, Großraumbüros und flexibel genutzten Bürobereichen.
EXHAUSTO bietet hierzu die Volumenstromregler EX VAV an. Die Serie ist in runder und rechteckiger Bauform erhältlich und kann in Lüftungs- und Klimaanlagen zur präzisen Luftmengenregelung eingesetzt werden. Je nach Ausführung sind Standardvarianten und isolierte Varianten verfügbar.
Für eine effiziente Regelung werden die Volumenstromregler mit Sensoren kombiniert. CO₂-Sensoren erfassen die Personenbelegung im Raum. IAQ-Sensoren können zusätzlich weitere Parameter wie Feuchte, Temperatur und VOC berücksichtigen. So lässt sich die Lüftung an die tatsächliche Raumluftqualität anpassen.
Die EX VAV-Serie unterstützt eine einfache Installation, einen geräuscharmen Betrieb und erfüllt hygienische Anforderungen gemäß VDI 6022.
Welche Regelung passt zu welchem Raum?
Raum oder Bereich | Empfohlene Regelung | Einordnung |
|---|---|---|
Konstant genutztes Büro | Fester Volumenstrom oder Zeitprogramm | Geeignet bei gleichbleibender Nutzung während definierter Bürozeiten. |
Büro mit wechselnder Belegung | VAV-Regelung mit CO₂-Sensor | Die Luftmenge wird an die tatsächliche Personenbelegung angepasst. |
Besprechungsraum oder Konferenzraum | Bedarfsgeregelte Lüftung mit CO₂-Sensor | Sinnvoll bei zeitweiser Nutzung und stark schwankender Personenzahl. |
Großraumbüro | Zonenweise VAV-Regelung | Einzelne Bereiche können abhängig von Belegung und Nutzungszeit geregelt werden. |
WC, Umkleide oder Waschraum | VAV-Regelung mit Präsenzmelder | Die Luftmenge wird bei Nutzung automatisch erhöht. |
Duschbereich | Regelung über Feuchtesensor | Die Luftmenge wird an die Feuchtebelastung angepasst. |
Konstant genutzter Sanitärbereich | Konstanter Volumenstrom | Geeignet, wenn während der Betriebszeit dauerhaft gleiche Luftmengen benötigt werden. |
Auswahl der Lüftungsgeräte
Für diesen Prozess sind Standort und Platzbedarf, Art des Wärmetauschers, mögliche Brandschutzanforderungen, Ausführung mit Wärmetauscher, Kühl- und/oder Heizregister und die Energieeffizienz wichtige Kriterien. Die Umsetzung erfolgt als zentrales Lüftungssystem für das gesamte Bürogebäude oder als semi-zentrales Lüftungssystem für einzelne Büroetagen. EXHAUSTO bietet dafür verschiedenste Geräteserien mit allen erforderlichen Komponenten und umfangreichem Zubehör an:
Kompaktgeräte mit Gegenstromtauscher (VEX100CF, VEX300T, VEX330H, VEX350-370)
Deckengeräte mit Gegenstromtauscher (CX3000 – in sechs Größen)
Kompaktgeräte mit Rotationstauscher (VEX1000R)
Kompaktgeräte mit Kreuzstromtauscher (VEX100)
Modulare Geräte (VEX4000)
Zur Unterstützung bei der Geräteauswahl stellt EXHAUSTO das Produktauswahlprogramm EXselectPRO zur Verfügung, mit dem für jeden Platzbedarf das passende Gerät ausgewählt werden kann.
Häufige Fragen zur Lüftung im Büro
Fazit
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Eine gute Bürolüftung beginnt mit der richtigen Systemwahl. Für ganze Bürogebäude kommen zentrale RLT-Lösungen infrage, für einzelne Etagen oder Nutzungszonen semizentrale Systeme. Bei Sanierungen oder einzelnen Räumen kann auch eine dezentrale Lüftungsanlage sinnvoll sein.
Wichtig ist, dass Außenluftvolumenstrom, CO₂-Werte, Wärmerückgewinnung, Schallschutz und Regelung gemeinsam betrachtet werden. Nur so entsteht eine Lüftungslösung, die zur Nutzung des Gebäudes passt.
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